Im Baliem Tal
Wir befinden uns im Innern von Westpapua, im Baliem Tal auf 1550 Metern über Meer. Die Temperaturen liegen bei unseren durchschnittlichen Sommertemperaturen mit 20-25° tagsüber und um 15° in der Nacht. Die 10’000 Einwohner-Stadt Wamena ist voller Gegensätze: während die einen in kleinen Shops einkaufen, leben die anderen von Selbstversorgung durch Ackerbau und Schweinezucht. Zwei völlig verschiedene ethnische Gruppen leben hier zusammen: die Papuas (=kraushaarig, Melanesier) und die Zugewanderten von anderen Inseln (Glatthaarige, Austronesier). Die Papuas sind Christen aller Denominationen, die Eingewanderten meist Moslems. Da Wamena nur per Flugzeug erreichbar ist, gibt es noch wenig Autos, dafür etwas mehr Motorräder und vor allem Bejaks (Rikschas). Um sich als Tourist im Baliem Tal bewegen zu dürfen, benötigt man eine Bewilligung, die jeweils an dem Ort, wo man übernachtet, auf der Polizei gestempelt werden muss (als Zahlungsmittel werden 2 Pakete Zigaretten erwartet, obwohl es eigentlich gratis sein sollte).
Auf dem Flug nach Wamena kommen wir mit einem Japaner ins Gespräch, der sich gerne anderen Touristen anschliessen möchte, um eine Trekking-Tour zu machen, und wir wollen uns in der Stadt umsehen, ob sich vielleicht noch andere Touristen mit uns zusammentun möchten.
Überraschenderweise scheinen wir die einzigen drei Touristen im Ort zu sein und schon bald steht Hiro in unserem Hotel (es ist schmuddelig und stinkend – wir bleiben nur eine Nacht dort) mit einem Führer für eine Trekkingtour. Die Konkurrenz unter den Guides ist gross – es soll 21 lizenzierte und diverse unlizenzierte davon haben in der Stadt – und Reiselektüren warnen vor Betrügern. So sind wir auch vorsichtig, als wir mit zwei Guides über die Preise reden. Ihre Pauschalangebote sind undurchsichtig und teuer, als wir zuerst einmal nur einen Tagestrip für wenig Geld machen möchten sind sie gar nicht mehr interessiert. Erst im Nachhinein erfahren wir, was für einen schlechten Ruf die beiden haben und dass es immer wieder Probleme zwischen Touristen und einem der Guides gibt, weil er betrügt.
Aber es gibt auch gute Guides, und wir lernen einen davon über den japanischen Internet-Café-Betreiber ‘Fuji’ kennen: Kosman ist ein liebenswerter Papua und wir schliessen ihn in den drei Tagen, in denen wir zusammen sind, ins Herz.
Wir haben ja eher etwas Mühe mit Veranstaltungen für Touristen und so sind wir zurückhaltend, als Hiro von der Möglichkeit erzählt, dass man in einem Dorf eines Dani-Stammes eine Kurzversion eines Festivals für uns Touristen organisieren könne, das sonst nur im August stattfindet. Eher Hiro zuliebe machen wir aber mit und planen mit Kosman die Veranstaltung: er wird zuerst auf dem Markt ein Schwein kaufen und es dann ins Dani-Dorf bringen, denn ein Teil des Festivals ist das in einem Erdloch gegarte Schwein.
Eigentlich ist alles organisiert, als uns am Abend beim Essen ein Lehrer anspricht und erzählt, am nächsten Tag – es ist ein Sonntag – gebe es ein grosses Festival anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Missionsarbeit in Papua. Es würden von überall her Stämme kommen und wir seien herzlich eingeladen, auch zu kommen.
Glücklicherweise können wir Kosman noch erreichen und das Touristen-Festival um einen Tag verschieben.
50 Jahre Mission in Westpapua
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So marschieren wir also (Papuas gehen im Gegensatz zu Filipinos ziemlich schnell) mit einer wachsenden Menschenmenge zu einem Dorf etwas ausserhalb von Wamena.
Die traditionelle “Bekleidung” der Ureinwohner Papuas ist der Penisschutz aus einem länglichen Kürbis, der mit einer Schnur um die Taille befestigt wird. Sonst sind die Männer nackt. Allerdings haben heutzutage die meisten die traditionelle Bekleidung durch Hosen und T-Shirts ersetzt – bei den kühlen Temperaturen auch sehr verständlich.
Die Frauen trugen früher einen Rock aus Gras oder gedrehten Fasern, der nun von einem Rock aus Stoff und einem T-Shirt abgelöst wird. Auch heute noch allgegenwärtig ist aber die Garntasche, die um den Kopf getragen wird und mit der alles Mögliche von Gemüse über das Baby bis zu einem Schwein transportiert wird.
Für das Festival sind viele traditionell gekleidet und ganz am Anfang ist es schon etwas merkwürdig, so viele nur spärlich bekleidete Menschen um einen herum zu sehen und wir schätzen, dass etwa 2000 Menschen sich dort versammelt haben.
Wenn wir Westler zu wissen glauben, was in einem Gottesdienst normal und angebracht ist, dann werden wir hier eines Besseren belehrt: es ist absolut möglich, nur mit einem Kürbis über dem Penis im Gottesdienst zu sein und der Kirchenchor besteht aus Frauen oben ohne! Dem Einzug der katholischen Priester geht eine Gruppe von als Kriegern geschmückten Männern mit Speeren voraus und die vielen Schweine, die während des Gottesdienstes ausserhalb gekocht werden, sind Teil der Zeremonie – die abgeschnittenen Ohren und Schwänze Opfergaben vor dem Altar. Übrigens: das Wort Gott in der indonesischen Sprache ist – Allah! So wird Gott hier also in den christlichen Gottesdiensten mit Allah angesprochen. Überraschend, oder?
Noch nie haben wir so viele Gegensätze nebeneinander gesehen! Als ich etwas nach vorne gehe, um den Chor zu fotographieren, dreht sich ein strahlender Papua zu mir um, schüttelt mir die Hand und sagt “gute morge” – ich stehe wohl völlig perplex da, bis mir bewusst wird, dass er vermutlich holländisch gesprochen hat, weil die meisten Missionare (auch am Festival sind ein paar) aus Holland kommen.
Die im Boden gekochten Schweine werden nun zerschnitten und unter der grossen Menschenmenge verteilt. Immer wieder stehen dann Stämme auf und führen eine Art Tanz auf: in der Mitte steht eine Gruppe und singt einen Wechselgesang während rund herum Frauen und Männer mit Speeren rennen. Es findet auch ein Kriegsspiel statt – eine Aufführung, die zwei sich bekämpfende Stämme zeigt, die sich mit Speer und Bogen bekämpfen. Und dies in einem Gottesdienst….
Wir schätzen uns glücklich, dass wir diesen interessanten Tag erleben dürfen und die Tatsache, dass die Papuastämme nicht ungerne ihre traditionellen Tänze und Kriegszeremonien aufführen, bereitet uns positiv auf unseren nächsten Tag in einem Papuadorf vor.
Bei den Dani in Jiwika
Wir fahren mit dem Minibus (es dauert bloss etwa 45 Minuten, bis er endlich voll ist und losfährt – könnte auch ein, zwei Std länger gehen) nach Jiwika, einer typischen Siedlung eines Dani-Stammes.
Als erstes werden wir Zeugen eines gespielten Stammeskrieges. Solche Auseinandersetzungen fanden früher statt, weil eine Frau gestohlen wurde oder zu einem anderen Stamm davonlief, wegen Streit um Territorium oder weil ein Mann durch einen anderen Stamm getötet wurde. Seit 1998 gibt es aber keine Stammesfehden mehr.
Einerseits ist es natürlich merkwürdig, so als Tourist dazustehen und der Kriegsstrategie zuzusehen, aber weil man sich die echten Auseinandersetzungen gut vorstellen kann, hat das Ganze auch eine recht ernsthafte Seite. Als der Stammeshäuptling uns Touristen mit Pfeil und Bogen spielerisch tötet, können wir uns kaum vorstellen, dass wir die Leute in den nächsten Stunden ins Herz schliessen werden…
Wir werden in die Siedlung geführt: Rundhütten um einen grossen Innenhof herum. Das grösste Honai – wie die Hütten genannt werden – ist die Küche: ein niedriger, fensterloser Raum mit grasbedecktem Boden und vier im Boden eingegrabenen Feuerstellen. Hier sitzen vor allem die Frauen mit ihren Kindern. Männer und Frauen schlafen in verschiedenen Hütten und so gibt es eine grosse Männerhütte für die etwa 20 Männer und Jungen und 4 Frauenhütten. Eine Hütte ist für die Schweine, wobei auch Schweine in den Frauenhütten schlafen, denn die Schlafhütten bestehen aus zwei niedrigen Etagen: unten auf dem grasbedeckten Boden schlafen die Schweine, oben – wo es durch ein vorher entfachtes Feuer und die Wärme der Schweine schön warm wird – die Frauen und Mädchen.
Die “Vorführung” mit einem Tanz zusammen mit den Frauen beendet den offiziellen Teil. Danach lernen wir die Leute etwas kennen, auch wenn die Kommunikation natürlich schwierig ist. Die Dani versuchen uns einige Wörter ihrer Sprache beizubringen, was bei Mäge etwas besser funktioniert als bei mir – zu eindrücklich ist alles andere.
Interessanterweise dauert es nicht sehr lange, bis wir uns unter den halbnackten Menschen ganz normal und wohl fühlen: es ist uns zwar bewusst, dass die meisten vermutlich im sonstigen Leben T-Shirts und Hosen/Rock tragen, aber es ist offensichtlich, dass es ihnen auch in ihrer traditionellen Bekleidung wohl ist. Danis begrüssen einander immer und überall mit Händeschütteln, wobei sie oft ganz lange die Hand des anderen halten. So ist es ganz normal, dass wenn ich mit Kosman über etwas rede, er immer wieder meine Hand (oder auch die von Mäge oder Hiro) nimmt und wir so durch die Stadt gehen. Für diese Leute ist Körperkontakt sehr wichtig und sie umarmen einen häufig und intensiv. Für mich ist der Zugang zu den Frauen einfacher und eine ältere Frau (vermutlich ist sie nicht mal älter als ich, da sie noch ein kleines Kind hat, aber sie sieht schon sehr alt aus) zeigt mir ihre Hände mit amputierten Fingergliedern. Die Tradition, einer Frau (wir haben es aber auch bei Männern gesehen) ein Glied eines Fingers abzutrennen, wenn ein Familienglied gestorben ist, ist zwar offiziell verboten, wird aber zum Teil immer noch praktiziert. Eine andere Frau hat zwar noch alle ihre Finger, aber der obere Teil ihrer Ohren wurde aus dem selben Grund abgeschnitten.
Ich hatte, als sie mir das zeigen, den Eindruck, dass sie die Tradition zwar akzeptieren, aber trotzdem darunter leiden und es nicht gut finden.
Nun muss unser Schwein getötet werden und ich schaue eher weg als hin, als dem Tier mit Pfeil und Bogen ins Herz geschossen werden soll; leider triff der Schütze nicht gut und es dauert noch ein paar Minuten, bis das Tier tot ist. Ich glaube, die Frau neben mir versteht ein bisschen mein Mitgefühl für das Schweinchen, denn sie zeigt mit den Händen vor den Augen, dass sie vielleicht auch so fühlt. Schliesslich leben die Frauen ja mit den Schweinen zusammen, ziehen sie auf und entwickeln vermutlich eine Beziehung zu ihnen.
Nun wird ein Erdloch mit Pflanzen gefüllt, darauf heisse Steine gelegt und in Schichten Gemüse, Süsskartoffeln und dann das vorgegrillte (Borsten und Innereien entfernte) Schwein dazu gelegt. Darüber kommen wieder heisse Steine und das Gericht wird so etwa eine Stunde gegart.
Männer und Frauen essen getrennt – Frauen vor allem Gemüse und Süsskartoffeln – und alles ist völlig ohne Gewürze: ein krasser Gegensatz zum scharfen, gewürzten Essen der restlichen Indonesier. Wir haben Bonbons, Ballone und Zigaretten für die Leute mitgebracht und sie sind natürlich happy über unsere Mitbringsel. Vor allem die Ballone sind mal etwas anderes und auch erwachsene Männer haben noch viel Spass damit.
Nach und nach lernen wir die Menschen in Jiwika etwas besser kennen und auch Kosman gibt uns interessante Informationen weiter oder kann mit übersetzen helfen.
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Als erstes auffällig ist natürlich, dass Dani nicht als Ehepaare zusammenleben, sondern jeweils in ihrer Geschlechtergruppe. Die Männer besuchen die Frauen für Sex im Frauenhaus (meist bewohnt von etwa 2 Frauen mit ihren Töchtern) und es nach etwa 30 Minuten wieder verlassen. Nach der Geburt eines Kindes ist Sex mit der Frau während 2-5 Jahren Tabu. Dies ist wohl der Grund, dass viele Dani polygam sind. Wir treffen in unserem zweiten Gästehaus eine junge Papua-Studentin, die eine Forschungsarbeit zum Thema Gesundheit bei den Papuafrauen in der traditionellen Lebensweise durchführt und sie erwähnt, dass die Papuafrauen oft mit Geschlechtskrankheiten zu kämpfen haben, die die Männer von Prostituierten gebracht haben.
Kommen die Männer und Frauen ins heiratsfähige Alter, sucht der Vater in einem Stamm nach einer Frau für seine Tochter und verhandelt den Brautpreis. Als Kosman dies erzählt, sagt er immer, “but no love” um deutlich zu machen, dass da keine Liebe im Spiel ist, nur äusserliche und finanzielle Kriterien. Die Frau verlässt dann ihren Stamm und es folgt eine Hochzeit, die eine Woche lang dauert.
Ob sie mit ihrem Leben glücklich sind? Das Problem ist vermutlich, dass die Zuwanderer eine Welt mitbringen, mit denen die Dani nicht mithalten können und vielleicht auch nicht wollen. Weil sie durch den Verkauf von Gemüse und Schweinen nur ein sehr kleines Einkommen haben, können die meisten ihren Kindern keine Schulbildung bezahlen (es ist hier ähnlich wie auf den Philippinen: grundsätzlich ist die Schule gratis, aber es kommen so viele zusätzliche Kosten dazu, dass es die Möglichkeiten der armen Bevölkerung übersteigt). Ohne Schulbildung können sie sich aber nicht wehren, können nicht genug Geld verdienen und werden von der westlichen Welt überrollt.
Wir sprechen in unserem Gästehaus mit zwei Missionaren aus Holland und tauschen aus über die Schwierigkeiten und Möglichkeiten der Hilfe für eine Bevölkerung mit anderen Wertvorstellungen. Fast sind wir etwas beruhigt, dass es hier praktisch gleich ist wie auf den Philippinen und man als Hilfsorganisation manchmal gegen Faulheit, Trägheit oder Gleichgültigkeit kämpft. Hier kommt allerdings dazu, dass die Regierung die Einmischung der Missionare gestoppt hat und viele der Hilfsorganisationen gehen mussten. Nun bleibt noch die Möglichkeit, innerhalb der Kirchen etwas Hilfe anzubieten.
Wir sind froh, haben wir diesen touristischen Anlass durchgeführt – einerseits, weil das Dorf so zusätzlich zu etwas Einkommen kommt (sie sagen, sie würden damit dann jeweils etwas Reis kaufen, was sie sich sonst nicht leisten können) und andererseits, weil es wirklich sehr herzliche Menschen sind und wir eine schöne Zeit mit ihnen verbracht haben. Typisch für die Dani wird dann auch die Verabschiedung mit vielen Küssen und Umarmungen begleitet und meine Wange ist nachher schwarz von der schwarzen Kriegsbemalung des Dorfhäuptlings
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Nun sind wir voll motiviert, noch etwas im Baliem Tal zu wandern, aber wir möchten gern unseren lieben Guide Kosman dabei haben und sind froh, als er zusagt mit uns zu kommen. Wir halten es simpel und nehmen Fertigsuppen, Kekse und etwas Brot mit zum Essen und tragen alles selbst. Dass wir in Kelise in einem Gäste-Honai übernachten können, wissen wir schon.
2-Tages Wanderung nach Kelise und zurück nach Wamena
Den ersten Teil der Strecke können wir noch mit einem öffentlichen Minibus zurücklegen – bis zu einem grossen Erdrutschgebiet, in dem vor zwei Jahren viele Menschen ums Leben kamen. Es ist nicht möglich, die Strasse wieder herzustellen, weil nun immer wieder am selben Ort Erdrutsche stattfinden. Am Ende des Schuttkegels wird es dann etwas gefährlich: die kleine Brücke über tosendes Wasser ist gut zu überqueren, aber auf der anderen Seite ist nur noch glitschige Lehmschicht und Kosman ist sichtlich beunruhigt und fürchtet, seine Touristen zu verlieren. Es ist tatsächlich nicht sehr sicher und erst durch erneut geschlagene Tritte in den Lehm können wir die schwierige Stelle überqueren.
Nun geht es durch Dörfer und dann etwas bergauf über unseren Alpwiesen ähnelnde Landschaften. In Kelise wurde eine Gruppe von Honais für Touristen errichtet und wir genügen uns mit einem, sind aber froh um die dünnen Matratzen und dass es nicht bis ins Letzte traditionell ist (mit Schweinen schlafen z.B). Wir haben noch Zeit, etwas weiter bergauf zu wandern und geniessen den Ausblick über die Berge mit dem Wissen, dass hinter dem nächsten Berg schon der Dschungel beginnt und das Gebiet des Yali-Stamms.
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Es wird Abend und kühler und so sitzen wir lange um das Feuer in der Honai-Küche, essen unsere Nudelsuppen und den feinen Bananenkuchen, den Kosmans Frau für uns gebacken hat.
Am Morgen füllen wir unsere Wasserflaschen mit abgekochtem Wasser auf und frühstücken nochmals ausgiebig, denn es erwartet uns eine lange Rückwanderung. Insgesamt werden wir 4 grosse Hängebrücken über den reissenden Baliem Fluss überqueren. wobei jede weniger stabil ist als die vorherige….
Zwischendurch gehen wir durch hüfthohes Grass und festen Boden im rutschigen, dreckigen Untergrund zu finden erfordert Konzentration und kostet Zeit. Aber dann ist es auch wieder ganz einfach zu wandern und wir staunen über die vielen steil angelegten Gärten mit Süsskartoffeln.
Immer wieder treffen wir Papuas und schütteln Hände, verteilen Zigaretten, Bonbons oder Ballone. Gegen Schluss der Wanderung stehen wir bei einer eingestürzten Brücke an. Die Männer dort haben Bedenken, uns mit dem Einbaum über den Fluss zu fahren – er sei nicht so stabil und könnte kippen. So gehen wir einen Umweg durch noch rutschigeres Terrain bis wir wieder zu einer Übersetz-Stelle mit einem Einbaum kommen. Hier wagen die Männer, uns je zu zweit über den Fluss zu fahren. Ich sitze mit Hiro im Boot und sehe ihm an, wie viel Angst er hat. Als ich meine Hände ins Wasser halte, bin ich überrascht, wie kalt es ist; der Fluss fliesst durch eine weiter oben liegende Höhle und kühlt sich dort wohl sehr ab. Ein Grund mehr, nicht ins Wasser zu fallen und wir fixieren unsere Augen auf den Horizont und weg vom Schwanken des Bootes.
Nach acht Stunden wandern kommen wir wieder in Wamena an – müde und zufrieden über den schönen Trekk und nur ganz kurze Regenschauer dazwischen.
Schon bald wird uns ein Flug wieder Richtung Westen nach Sulawesi bringen: dort werden uns weitere Tauchgründe, aber auch ein neues Volk (die Toraja) erwarten. Die Erlebnisse im Baliem-Tal bleiben aber bestimmt für immer in unserer Erinnerung, vor allem die herzlichen Menschen, die uns einen Einblick in ihr ganz anderes Leben erlaubt haben.







































































































































































































































