Im Baliem Tal in Innern von West Papua

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Im Baliem Tal

der äusserste Zipfel von Indonesien

Wir befinden uns im Innern von Westpapua, im Baliem Tal auf 1550 Metern über Meer. Die Temperaturen liegen bei unseren durchschnittlichen Sommertemperaturen mit 20-25° tagsüber und um 15° in der Nacht. Die 10’000 Einwohner-Stadt Wamena ist voller Gegensätze: während die einen in kleinen Shops einkaufen, leben die anderen von Selbstversorgung durch Ackerbau und Schweinezucht. Zwei völlig verschiedene ethnische Gruppen leben hier zusammen: die Papuas (=kraushaarig, Melanesier) und die Zugewanderten von anderen Inseln (Glatthaarige, Austronesier). Die Papuas sind Christen aller Denominationen, die Eingewanderten meist Moslems. Da Wamena nur per Flugzeug erreichbar ist, gibt es noch wenig Autos, dafür etwas mehr Motorräder und vor allem Bejaks (Rikschas). Um sich als Tourist im Baliem Tal bewegen zu dürfen, benötigt man eine Bewilligung, die jeweils an dem Ort, wo man übernachtet, auf der Polizei gestempelt werden muss (als Zahlungsmittel werden 2 Pakete Zigaretten erwartet, obwohl es eigentlich gratis sein sollte).

Unterwegs auf einer Polizeistation verarztet Mäge einen Freund von Kosman
Unterwegs auf einer Polizeistation verarztet Mäge einen Freund von Kosman

Auf dem Flug nach Wamena kommen wir mit einem Japaner ins Gespräch, der sich gerne anderen Touristen anschliessen möchte, um eine Trekking-Tour zu machen, und wir wollen uns in der Stadt umsehen, ob sich vielleicht noch andere Touristen mit uns zusammentun möchten.

Überraschenderweise scheinen wir die einzigen drei Touristen im Ort zu sein und schon bald steht Hiro in unserem Hotel (es ist schmuddelig und stinkend – wir bleiben nur eine Nacht dort) mit einem Führer für eine Trekkingtour. Die Konkurrenz unter den Guides ist gross – es soll 21 lizenzierte und diverse unlizenzierte davon haben in der Stadt – und Reiselektüren warnen vor Betrügern. So sind wir auch vorsichtig, als wir mit zwei Guides über die Preise reden. Ihre Pauschalangebote sind undurchsichtig und teuer, als wir zuerst einmal nur einen Tagestrip für wenig Geld machen möchten sind sie gar nicht mehr interessiert. Erst im Nachhinein erfahren wir, was für einen schlechten Ruf die beiden haben und dass es immer wieder Probleme zwischen Touristen und einem der Guides gibt, weil er betrügt.

Kosman

Aber es gibt auch gute Guides, und wir lernen einen davon über den japanischen Internet-Café-Betreiber ‘Fuji’ kennen: Kosman ist ein liebenswerter Papua und wir schliessen ihn in den drei Tagen, in denen wir zusammen sind, ins Herz.

Wir haben ja eher etwas Mühe mit Veranstaltungen für Touristen und so sind wir zurückhaltend, als Hiro von der Möglichkeit erzählt, dass man in einem Dorf eines Dani-Stammes eine Kurzversion eines Festivals für uns Touristen organisieren könne, das sonst nur im August stattfindet. Eher Hiro zuliebe machen wir aber mit und planen mit Kosman die Veranstaltung: er wird zuerst auf dem Markt ein Schwein kaufen und es dann ins Dani-Dorf bringen, denn ein Teil des Festivals ist das in einem Erdloch gegarte Schwein.

Eigentlich ist alles organisiert, als uns am Abend beim Essen ein Lehrer anspricht und erzählt, am nächsten Tag – es ist ein Sonntag – gebe es ein grosses Festival anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Missionsarbeit in Papua. Es würden von überall her Stämme kommen und wir seien herzlich eingeladen, auch zu kommen.

Glücklicherweise können wir Kosman noch erreichen und das Touristen-Festival um einen Tag verschieben.

50 Jahre Mission in Westpapua

aufs Foto klicken für mehr Bilder vom 50-Jahre Mission – Gottesdienst und Festival

So marschieren wir also (Papuas gehen im Gegensatz zu Filipinos ziemlich schnell) mit einer wachsenden Menschenmenge zu einem Dorf etwas ausserhalb von Wamena.

Die traditionelle “Bekleidung” der Ureinwohner Papuas ist der Penisschutz aus einem länglichen Kürbis, der mit einer Schnur um die Taille befestigt wird. Sonst sind die Männer nackt. Allerdings haben heutzutage die meisten die traditionelle Bekleidung durch Hosen und T-Shirts ersetzt – bei den kühlen Temperaturen auch sehr verständlich.

Die Frauen trugen früher einen Rock aus Gras oder gedrehten Fasern, der nun von einem Rock aus Stoff und einem T-Shirt abgelöst wird. Auch heute noch allgegenwärtig ist aber die Garntasche, die um den Kopf getragen wird und mit der alles Mögliche von Gemüse über das Baby bis zu einem Schwein transportiert wird.

Farbenfrohe Zuschauermenge, Frauen mit Garntaschen, die sie bei jeder Gelegenheit häkeln

Für das Festival sind viele traditionell gekleidet und ganz am Anfang ist es schon etwas merkwürdig, so viele nur spärlich bekleidete Menschen um einen herum zu sehen und wir schätzen, dass etwa 2000 Menschen sich dort versammelt haben.

Wenn wir Westler zu wissen glauben, was in einem Gottesdienst normal und angebracht ist, dann werden wir hier eines Besseren belehrt: es ist absolut möglich, nur mit einem Kürbis über dem Penis im Gottesdienst zu sein und der Kirchenchor besteht aus Frauen oben ohne! Dem Einzug der katholischen Priester geht eine Gruppe von als Kriegern geschmückten Männern mit Speeren voraus und die vielen Schweine, die während des Gottesdienstes ausserhalb gekocht werden, sind Teil der Zeremonie – die abgeschnittenen Ohren und Schwänze Opfergaben vor dem Altar. Übrigens: das Wort Gott in der indonesischen Sprache ist – Allah! So wird Gott hier also in den christlichen Gottesdiensten mit Allah angesprochen. Überraschend, oder?

die gebratenen Schweine werden in den Gottesdienst gebracht
die gebratenen Schweine werden in den Gottesdienst gebracht

Noch nie haben wir so viele Gegensätze nebeneinander gesehen! Als ich etwas nach vorne gehe, um den Chor zu fotographieren, dreht sich ein strahlender Papua zu mir um, schüttelt mir die Hand und sagt “gute morge” – ich stehe wohl völlig perplex da, bis mir bewusst wird, dass er vermutlich holländisch gesprochen hat, weil die meisten Missionare (auch am Festival sind ein paar) aus Holland kommen.

Rundtanz im Gottesdienst
Rundtanz im Gottesdienst

Die im Boden gekochten Schweine werden nun zerschnitten und unter der grossen Menschenmenge verteilt. Immer wieder stehen dann Stämme auf und führen eine Art Tanz auf: in der Mitte steht eine Gruppe und singt einen Wechselgesang während rund herum Frauen und Männer mit Speeren rennen. Es findet auch ein Kriegsspiel statt – eine Aufführung, die zwei sich bekämpfende Stämme zeigt, die sich mit Speer und Bogen bekämpfen. Und dies in einem Gottesdienst….

Wir schätzen uns glücklich, dass wir diesen interessanten Tag erleben dürfen und die Tatsache, dass die Papuastämme nicht ungerne ihre traditionellen Tänze und Kriegszeremonien aufführen, bereitet uns positiv auf unseren nächsten Tag in einem Papuadorf vor.

Bei den Dani in Jiwika

Wir fahren mit dem Minibus (es dauert bloss etwa 45 Minuten, bis er endlich voll ist und losfährt – könnte auch ein, zwei Std länger gehen) nach Jiwika, einer typischen Siedlung eines Dani-Stammes.

Als erstes werden wir Zeugen eines gespielten Stammeskrieges. Solche Auseinandersetzungen fanden früher statt, weil eine Frau gestohlen wurde oder zu einem anderen Stamm davonlief, wegen Streit um Territorium oder weil ein Mann durch einen anderen Stamm getötet wurde. Seit 1998 gibt es aber keine Stammesfehden mehr.

Einerseits ist es natürlich merkwürdig, so als Tourist dazustehen und der Kriegsstrategie zuzusehen, aber weil man sich die echten Auseinandersetzungen gut vorstellen kann, hat das Ganze auch eine recht ernsthafte Seite. Als der Stammeshäuptling uns Touristen mit Pfeil und Bogen spielerisch tötet, können wir uns kaum vorstellen, dass wir die Leute in den nächsten Stunden ins Herz schliessen werden…

Wir werden in die Siedlung geführt: Rundhütten um einen grossen Innenhof herum. Das grösste Honai – wie die Hütten genannt werden – ist die Küche: ein niedriger, fensterloser Raum mit grasbedecktem Boden und vier im Boden eingegrabenen Feuerstellen. Hier sitzen vor allem die Frauen mit ihren Kindern. Männer und Frauen schlafen in verschiedenen Hütten und so gibt es eine grosse Männerhütte für die etwa 20 Männer und Jungen und 4 Frauenhütten. Eine Hütte ist für die Schweine, wobei auch Schweine in den Frauenhütten schlafen, denn die Schlafhütten bestehen aus zwei niedrigen Etagen: unten auf dem grasbedeckten Boden schlafen die Schweine, oben – wo es durch ein vorher entfachtes Feuer und die Wärme der Schweine schön warm wird – die Frauen und Mädchen.

ich mache bei ihrem Tanz mit.. so sind wir nicht mehr nur Zuschauer…

Die “Vorführung” mit einem Tanz zusammen mit den Frauen beendet den offiziellen Teil. Danach lernen wir die Leute etwas kennen, auch wenn die Kommunikation natürlich schwierig ist. Die Dani versuchen uns einige Wörter ihrer Sprache beizubringen, was bei Mäge etwas besser funktioniert als bei mir – zu eindrücklich ist alles andere.

Mäge im Gespräch mit dem Dorfhäuptling

Interessanterweise dauert es nicht sehr lange, bis wir uns unter den halbnackten Menschen ganz normal und wohl fühlen: es ist uns zwar bewusst, dass die meisten vermutlich im sonstigen Leben T-Shirts und Hosen/Rock tragen, aber es ist offensichtlich, dass es ihnen auch in ihrer traditionellen Bekleidung wohl ist. Danis begrüssen einander immer und überall mit Händeschütteln, wobei sie oft ganz lange die Hand des anderen halten. So ist es ganz normal, dass wenn ich mit Kosman über etwas rede, er immer wieder meine Hand (oder auch die von Mäge oder Hiro) nimmt und wir so durch die Stadt gehen. Für diese Leute ist Körperkontakt sehr wichtig und sie umarmen einen häufig und intensiv. Für mich ist der Zugang zu den Frauen einfacher und eine ältere Frau (vermutlich ist sie nicht mal älter als ich, da sie noch ein kleines Kind hat, aber sie sieht schon sehr alt aus) zeigt mir ihre Hände mit amputierten Fingergliedern. Die Tradition, einer Frau (wir haben es aber auch bei Männern gesehen) ein Glied eines Fingers abzutrennen, wenn ein Familienglied gestorben ist, ist zwar offiziell verboten, wird aber zum Teil immer noch praktiziert. Eine andere Frau hat zwar noch alle ihre Finger, aber der obere Teil ihrer Ohren wurde aus dem selben Grund abgeschnitten.

Ich hatte, als sie mir das zeigen, den Eindruck, dass sie die Tradition zwar akzeptieren, aber trotzdem darunter leiden und es nicht gut finden.

Nun muss unser Schwein getötet werden und ich schaue eher weg als hin, als dem Tier mit Pfeil und Bogen ins Herz geschossen werden soll; leider triff der Schütze nicht gut und es dauert noch ein paar Minuten, bis das Tier tot ist. Ich glaube, die Frau neben mir versteht ein bisschen mein Mitgefühl für das Schweinchen, denn sie zeigt mit den Händen vor den Augen, dass sie vielleicht auch so fühlt. Schliesslich leben die Frauen ja mit den Schweinen zusammen, ziehen sie auf und entwickeln vermutlich eine Beziehung zu ihnen.

kochen

Nun wird ein Erdloch mit Pflanzen gefüllt, darauf heisse Steine gelegt und in Schichten Gemüse, Süsskartoffeln und dann das vorgegrillte (Borsten und Innereien entfernte) Schwein dazu gelegt. Darüber kommen wieder heisse Steine und das Gericht wird so etwa eine Stunde gegart.

Männer und Frauen essen getrennt – Frauen vor allem Gemüse und Süsskartoffeln – und alles ist völlig ohne Gewürze: ein krasser Gegensatz zum scharfen, gewürzten Essen der restlichen Indonesier. Wir haben Bonbons, Ballone und Zigaretten für die Leute mitgebracht und sie sind natürlich happy über unsere Mitbringsel. Vor allem die Ballone sind mal etwas anderes und auch erwachsene Männer haben noch viel Spass damit.

Alex (er heisst wirklich so)
Alex (er heisst wirklich so)

Nach und nach lernen wir die Menschen in Jiwika etwas besser kennen und auch Kosman gibt uns interessante Informationen weiter oder kann mit übersetzen helfen.

Tanz der Dani im Dorf Jiwika

für mehr Bilder aus dem Dorf aufs Foto klicken

Als erstes auffällig ist natürlich, dass Dani nicht als Ehepaare zusammenleben, sondern jeweils in ihrer Geschlechtergruppe. Die Männer besuchen die Frauen für Sex im Frauenhaus (meist bewohnt von etwa 2 Frauen mit ihren Töchtern) und es nach etwa 30 Minuten wieder verlassen. Nach der Geburt eines Kindes ist Sex mit der Frau während 2-5 Jahren Tabu. Dies ist wohl der Grund, dass viele Dani polygam sind. Wir treffen in unserem zweiten Gästehaus eine junge Papua-Studentin, die eine Forschungsarbeit zum Thema Gesundheit bei den Papuafrauen in der traditionellen Lebensweise durchführt und sie erwähnt, dass die Papuafrauen oft mit Geschlechtskrankheiten zu kämpfen haben, die die Männer von Prostituierten gebracht haben.

Kommen die Männer und Frauen ins heiratsfähige Alter, sucht der Vater in einem Stamm nach einer Frau für seine Tochter und verhandelt den Brautpreis. Als Kosman dies erzählt, sagt er immer, “but no love” um deutlich zu machen, dass da keine Liebe im Spiel ist, nur äusserliche und finanzielle Kriterien. Die Frau verlässt dann ihren Stamm und es folgt eine Hochzeit, die eine Woche lang dauert.

Ob sie mit ihrem Leben glücklich sind? Das Problem ist vermutlich, dass die Zuwanderer eine Welt mitbringen, mit denen die Dani nicht mithalten können und vielleicht auch nicht wollen. Weil sie durch den Verkauf von Gemüse und Schweinen nur ein sehr kleines Einkommen haben, können die meisten ihren Kindern keine Schulbildung bezahlen (es ist hier ähnlich wie auf den Philippinen: grundsätzlich ist die Schule gratis, aber es kommen so viele zusätzliche Kosten dazu, dass es die Möglichkeiten der armen Bevölkerung übersteigt). Ohne Schulbildung können sie sich aber nicht wehren, können nicht genug Geld verdienen und werden von der westlichen Welt überrollt.

Wir sprechen in unserem Gästehaus mit zwei Missionaren aus Holland und tauschen aus über die Schwierigkeiten und Möglichkeiten der Hilfe für eine Bevölkerung mit anderen Wertvorstellungen. Fast sind wir etwas beruhigt, dass es hier praktisch gleich ist wie auf den Philippinen und man als Hilfsorganisation manchmal gegen Faulheit, Trägheit oder Gleichgültigkeit kämpft. Hier kommt allerdings dazu, dass die Regierung die Einmischung der Missionare gestoppt hat und viele der Hilfsorganisationen gehen mussten. Nun bleibt noch die Möglichkeit, innerhalb der Kirchen etwas Hilfe anzubieten.

Wir sind froh, haben wir diesen touristischen Anlass durchgeführt – einerseits, weil das Dorf so zusätzlich zu etwas Einkommen kommt (sie sagen, sie würden damit dann jeweils etwas Reis kaufen, was sie sich sonst nicht leisten können) und andererseits, weil es wirklich sehr herzliche Menschen sind und wir eine schöne Zeit mit ihnen verbracht haben. Typisch für die Dani wird dann auch die Verabschiedung mit vielen Küssen und Umarmungen begleitet und meine Wange ist nachher schwarz von der schwarzen Kriegsbemalung des Dorfhäuptlings :-) .

Nun sind wir voll motiviert, noch etwas im Baliem Tal zu wandern, aber wir möchten gern unseren lieben Guide Kosman dabei haben und sind froh, als er zusagt mit uns zu kommen. Wir halten es simpel und nehmen Fertigsuppen, Kekse und etwas Brot mit zum Essen und tragen alles selbst. Dass wir in Kelise in einem Gäste-Honai übernachten können, wissen wir schon.

2-Tages Wanderung nach Kelise und zurück nach Wamena

Den ersten Teil der Strecke können wir noch mit einem öffentlichen Minibus zurücklegen – bis zu einem grossen Erdrutschgebiet, in dem vor zwei Jahren viele Menschen ums Leben kamen. Es ist nicht möglich, die Strasse wieder herzustellen, weil nun immer wieder am selben Ort Erdrutsche stattfinden. Am Ende des Schuttkegels wird es dann etwas gefährlich: die kleine Brücke über tosendes Wasser ist gut zu überqueren, aber auf der anderen Seite ist nur noch glitschige Lehmschicht und Kosman ist sichtlich beunruhigt und fürchtet, seine Touristen zu verlieren. Es ist tatsächlich nicht sehr sicher und erst durch erneut geschlagene Tritte in den Lehm können wir die schwierige Stelle überqueren.

über diese kleine Brücke zu gehen ist einfach
über diese kleine Brücke zu gehen ist einfach
diese Stelle ist allerdings ziemlich gefährlich
diese Stelle ist allerdings ziemlich gefährlich

Nun geht es durch Dörfer und dann etwas bergauf über unseren Alpwiesen ähnelnde Landschaften. In Kelise wurde eine Gruppe von Honais für Touristen errichtet und wir genügen uns mit einem, sind aber froh um die dünnen Matratzen und dass es nicht bis ins Letzte traditionell ist (mit Schweinen schlafen z.B). Wir haben noch Zeit, etwas weiter bergauf zu wandern und geniessen den Ausblick über die Berge mit dem Wissen, dass hinter dem nächsten Berg schon der Dschungel beginnt und das Gebiet des Yali-Stamms.

Baliem Tal das Baliem Tal

Abendessen in der Honai-Küche

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Es wird Abend und kühler und so sitzen wir lange um das Feuer in der Honai-Küche, essen unsere Nudelsuppen und den feinen Bananenkuchen, den Kosmans Frau für uns gebacken hat.

Am Morgen füllen wir unsere Wasserflaschen mit abgekochtem Wasser auf und frühstücken nochmals ausgiebig, denn es erwartet uns eine lange Rückwanderung. Insgesamt werden wir 4 grosse Hängebrücken über den reissenden Baliem Fluss überqueren. wobei jede weniger stabil ist als die vorherige….

Mäge und Hiro auf der Brücke nr 4
Mäge und Hiro auf der Brücke nr 4

Zwischendurch gehen wir durch hüfthohes Grass und festen Boden im rutschigen, dreckigen Untergrund zu finden erfordert Konzentration und kostet Zeit. Aber dann ist es auch wieder ganz einfach zu wandern und wir staunen über die vielen steil angelegten Gärten mit Süsskartoffeln.

Süsskartoffelfeld
Süsskartoffelfeld

Immer wieder treffen wir Papuas und schütteln Hände, verteilen Zigaretten, Bonbons oder Ballone. Gegen Schluss der Wanderung stehen wir bei einer eingestürzten Brücke an. Die Männer dort haben Bedenken, uns mit dem Einbaum über den Fluss zu fahren – er sei nicht so stabil und könnte kippen. So gehen wir einen Umweg durch noch rutschigeres Terrain bis wir wieder zu einer Übersetz-Stelle mit einem Einbaum kommen. Hier wagen die Männer, uns je zu zweit über den Fluss zu fahren. Ich sitze mit Hiro im Boot und sehe ihm an, wie viel Angst er hat. Als ich meine Hände ins Wasser halte, bin ich überrascht, wie kalt es ist; der Fluss fliesst durch eine weiter oben liegende Höhle und kühlt sich dort wohl sehr ab. Ein Grund mehr, nicht ins Wasser zu fallen und wir fixieren unsere Augen auf den Horizont und weg vom Schwanken des Bootes.

Mäge und Kosman im Einbaum
Mäge und Kosman im Einbaum

Nach acht Stunden wandern kommen wir wieder in Wamena an – müde und zufrieden über den schönen Trekk und nur ganz kurze Regenschauer dazwischen.

Schon bald wird uns ein Flug wieder Richtung Westen nach Sulawesi bringen: dort werden uns weitere Tauchgründe, aber auch ein neues Volk (die Toraja) erwarten. Die Erlebnisse im Baliem-Tal bleiben aber bestimmt für immer in unserer Erinnerung, vor allem die herzlichen Menschen, die uns einen Einblick in ihr ganz anderes Leben erlaubt haben.

West Papua

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Raja Ampat, West Papua, Indonesien

Wir sind im Moment am äusseren Ende des Vogelkopfs (vom Vogel West-Papua) in einem Ort namens Waisai. Es ist seit 2002 die offizielle Hauptstadt von Raja Ampat (das heisst: “vier Hoheitsgebiete”), aber eigentlich besteht der Ort aus Häusern, vielen Strassenküchen (Restaurants mit zwei, drei Tischen) und einigen kleinen Geschäften plus einem Markt. Post gibt es keine.

Am ersten Tag schnuppern wir etwas Papua-Luft mit der grossen Aufgabe, unseren gekauften Internet-stick mit Simkarte zum Laufen zu bringen. Ein paar kleine Shops mit Sim-Karten-Verkauf gibt es schon, aber das hier ist Papua – hier sprechen nur sehr wenige Englisch.

Die Leute sind einfach wunderbar und geben sich extrem Mühe, sich verständlich zu machen und wir probieren mit unserem sehr beschränkten Wortschatz in Bahasa Indonesia zu fragen und herauszufinden, was mit der SIM nicht funktioniert. Die Verkäuferin ist wirklich süss, wie sie uns geduldig zu erklären versucht, dass eigentlich nur ein Sim-Anbieter geht – und auch der nur ganz selten und sehr sehr langsam, wenn wenig Internet- und Telefon-Verkehr ist.

Schon am ersten Tag sind wir recht begeistert von der Bevölkerung hier: sie sind freundlich, aber nicht aufdringlich. Die erste Schüchternheit rührt vermutlich daher, dass sie befürchten, auf Englisch angesprochen zu werden. Sobald man ein “Selamat pagi” (Guten Morgen) sagt, lächeln sie und grüssen ebenfalls.

Nach dem Selbst-Kochen in Australien und dem eher unspektakulären Essen auf den Philippinen ist die indonesische Küche ein Genuss: zwar ist die Auswahl hier klein: gebratener Reis, Huhn mit Reis, Hühnersuppe, gebratener Fisch, Saté und Gemüse mit Erdnusssauce und noch ein paar Gerichte, die wir nicht ausprobiert haben, aber im Moment sind wir völlig zufrieden damit.

Alkohol gibt es nicht zu kaufen (wir haben nicht gefragt …), obwohl die Papuas Christen sind. Die Eingewanderten Indonesier, meist Moslems, scheinen trotzdem vieles zu bestimmen, was auch immer mal wieder zu Konflikten führt. Aber darüber wissen wir noch zu wenig, respektive, haben noch zu wenig davon erlebt.

Die Hauptattraktion in Raja Ampat ist aber auch mehr die Natur, speziell unter Wasser. Mit Recht gilt dieses Gebiet als eines der besten Tauchgebiete der Welt! Hier ist das Tauchen so, wie es sein sollte: viele Fische und das Wasser voller Leben!

Der erste Tauchgang hier ist sogleich der schönste: schon bevor wir am Tauchplatz ankommen, kündigen sich die vielleicht schönsten Geschöpfe des Meeres an: einige Mantas springen aus dem Wasser und klatschen zurück auf die Wasseroberfläche. Da sie an diesem Ort normalerweise nicht anzutreffen sind, ist auch die Begeisterung bei unserem Tauchguide gross, als wir sie schon beim Abtauchen sehen. Diese friedlichen, mit dem Hai verwandten Rochen – in Deutsch zu Unrecht Teufelsrochen genannt – ernähren sich von Plankton und kleinen Fischen und sind mit einer Spannweite von etwa 4 Metern ein imposanter Anblick. Jeweils drei bis vier dieser Fische kreisen dicht über dem Riff, um sich von Putzerfischen reinigen zu lassen. Zuerst halten sie noch etwas Abstand und beäugen uns von Weitem, dann wagen sie sich immer näher und bleiben manchmal – während wir uns in der Strömung an einem Felsen festhalten – einfach vor uns stehen, um uns genauer anzusehen und dann vielleicht in nur einem Meter Entfernung vorbei zu segeln. Es ist mehr als nur ein “Fische ansehen”: dies ist Kommunikation und Kennenlernen, sich gegenseitig Vertrauen! Wir waren nun schon zweimal an diesem Ort und hoffen für Morgen auf ein drittes Mal.

Neben den Mantas (und es fällt manchmal schwer, noch auf etwas anderes zu schauen), gibt es verschiedene harmlose Riffhaie und den für uns neuen Wobbegong-Hai, der unter Korallen oder überhängenden Steinen liegt und auf Beute wartet. Grosse Fischschwärme von grossen farbigen Fischen ziehen an einem vorbei und verdunkeln manchmal die Wasseroberfläche. Schildkröten knabbern Korallen, ohne sich von Tauchern stören zu lassen und auch kleinere Krebse und Schnecken sind zu finden, wenn man den Blick von der blauen Tiefe aufs Korallenriff wendet.

Am besten kann man wohl mit Bildern erzählen:

eine unserer schönsten Taucherlebnisse: Mantas segeln um uns herum und kommen immer etwas näher...

auf das Foto klicken für die Manta-Bildergalerie

Hier klicken für ein Manta-Video: www.wermuths.ch/Manta2.wmv

Nun versuchen wir, unsere Weiterreise zu organisieren: Flüge ins Landesinnere und dann mindestens einen kleinen Treck zu den Dani, einem der eingeborenen Stämme im Baliem Tal. Dazwischen wollen wir noch einige Tage in Sorong und Sentani verbringen, um unser Visum zu verlängern und eventuell den Sentani-See zu besuchen.

Es ist ja immer schwierig, sich einen Ort vorzustellen: vielleicht, weil hier alles recht teuer ist, dachten wir, dass auch viele Touristen hier sind. Vermutlich “verschwinden” aber die meisten auf ein Tauchboot für eine Tauchsafari, denn hier in der Stadt sind im Moment nur zwischen 5 und 10 Touristen.

Wir freuen uns auf unsere Zeit im Landesinnern und rüsten uns gedanklich schon für kältere Temperaturen, denn auf 1500m soll es zum Teil recht kühl sein in der Nacht.

last days in Australia

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Letzte Tage in Australien

6 Tage nach Ausbruch des Buschbrands in der Nähe von Coral Bay wird die Strasse um 4 am Nachmittag wieder geöffnet Viele Touristen packen schnell alles zusammen, um noch vor Einbruch der Dunkelheit in der nächsten Stadt zu sein. Wir übernachten nochmals auf dem Campingplatz und fahren dann am nächsten Morgen weiter.Coral bay hatte- wie der Name sagt – vor allem Korallen:

Von der Verwüstung des Brandes sieht man bei der Strasse praktisch nichts, nur ein paar verbrannte Stämme und etwas Asche – wir haben uns das viel schlimmer vorgestellt.

Wir wollen zurück nach Perth, um unser Auto zu verkaufen und so fahren wir ohne viele Stopps, aber entlang der schönen Indian Ocean Road, Richtung Süden. Unterwegs übernachten wir immer mal wieder auf so genannten “road side stops”, Gratisplätze mit Toiletten und manchmal Tischen und Bänken. Einer davon ist am Murchinson River – wir fühlen uns dort versetzt nach Kanada in den Algonquin-Park – nur das Kanu fehlt uns :-) .

Idylle am Strassenrand

Ein anderer, ganz spezieller Strassenrandstop etwas weiter oben gefällt uns so sehr, dass wir zwei Tage dort bleiben. Der Robe River sieht eher aus wie ein kleiner See und wird vermutlich nur noch unterirdisch mit frischem Wasser gespiesen: es ist Trockenzeit, und man muss schon froh sein, einen Fluss mit etwas Wasser zu finden. Mit schwindendem Wasser werden auch die Fische auf immer engeren Platz zusammengedrängt, was für uns Schnorchler ein ganz neues Erlebnis: es ist, wie in einem Süsswasseraquarium zu schwimmen – überall Fische von der Grösse weniger cm bis zu 30 cm.

Robe River, im Hintergrund ein Adler

Schon bevor wir Perth erreichen, beginnen wir mit Putzen und Räumen in unserem Nissan, denn diesmal wollen wir den Campervan definitiv verkaufen. Wir schreiben das Auto im Internet aus, stellen ein Gratisinserat in den Quokka, einen australischen Gratisanzeiger, und fahren zu den bekanntesten Backpacker-Unterkünften, um dort Verkafusplakate aufzuhängen. Diesmal erhalten wir mehr Reaktionen auf unsere Anzeigen: ein deutsches Pärchen, zwei französische Männer, ein weiteres Traveller-Paar und zwei Australier: die ersten beiden wollen noch weitersuchen, aber die beiden Australier möchten unser schönes Reisemobil gerne kaufen und so sagen wir sogar den letzten Bewerbern noch ab- wir sind froh, das Auto zu einem befriedigenden Preis verkauft zu haben.

Neben den letzten Arbeiten richtet sich unser Fokus nun nach Indonesien, unserer nächsten Destination. Die beiden Wunschorte sind West-Papua (den indonesischen Teil neben Papua Neuguinea) und Nord-Sulawesi. Beide Orte sind Tauchdestinationen, aber auch sonst versprechen sie schöne Reiserlebnisse.

Nun waren wir ja vor 23 Jahren schon einmal in Indonesien (von Java bis zur Insel Flores), aber als wir anfangen, die Flüge zu buchen und uns in dem Land orientieren versuchen, sind wir fast etwas erschlagen von der Grösse und den Distanzen zwischen den Orten. Indonesien ist der grösste Inselstaat und mit 240 Millionen Einwohnern die viertgrösste Nation der Welt! Wenn wir West Papua und Papua Neuguinea – mit der Form eines grossen Vogels (oder Sauriers) – anschauen, wird uns klar, dass wir da eine Insel sehen, die so gross wie die ganzen Philippinen ist.

Unsere bis jetzt gebuchten Flüge sind: von Perth nach Jakarta, von Jakarta nach Sorong (das ist an der Ecke des Vogelkopfs) und später wollen wir weiter ins Innere von West Papua fliegen und dann zurück an die Spitze von Sulawesi (die k-förmige Insel).

Am 24. März geht es dann voraussichtlich wieder von Jakarta nach Manila.

Wir sind gespannt, wie das alles klappen wird und brauchen wohl auch etwas Zeit, uns in das Land einzustimmen und uns ans Bahasa Indonesia zu erinnern (unser Vokabular ist klein, aber immerhin genug, um etwas zu bestellen oder zu kaufen). Wie gut die Internet-Verbindungen sind in diesem Land wissen wir nicht, hoffen aber, dass wir ab und zu einen kleinen Beitrag in den Blog stellen können.

Während der letzten Tage hier in Australien denken wir zurück an eine wunderschöne Reise mit vielen Naturerlebnissen, aber auch netten Menschen, die wir getroffen haben. Der Caravanpark hier – unter grossen Eukalyptusbäumen, Föhren und blühenden australischen Bäumen mit schwarzen Kakadus und Scharen von Galahs gibt uns inmitten von Perth ein letztes Gefühl von down under.

die vielleicht geduldigsten Eltern der Welt....

Wir sind beeindruckt von der Geduld von Galah-,Corella- und Kakadu-Eltern: sie sitzen seelenruhig nebeneinander, während das Junge kreischt und um Futter bettelt.

Jemand sagte mal zu uns “und irgendwann hat man Australien ja auch gesehen”….hm, wir sind da nicht so sicher, denn einersteits ist das Land riesengross und andererseits gibt es nur schon hier in Westaustralien noch so viel zu sehen. Falls es für uns ein nächstes Mal geben sollte, wäre es allerdings dann definitiv mit einem 4-Rad Antrieb, denn nur mit diesen Autos kann man die weniger guten Naturstrassen fahren und entlegene Orte oder Nationalparks erreichen.

Neben Papageien, Känguruhs und Echsen gibt es noch so viele Tiere hier, die wir nicht gesehen haben. Hier eines, von dem wir nicht wissen, was es ist: es krallte sich mit seinen starken Beinen an meinen Schuh und nur, weil die Stacheln mich schmerzten, bemerkte ich den blinden Passagier. Er liess sich kaum entfernen und verkrallte sich ins Material der Sandale. Was für ein kleines Monster, wenn man es von Nahem ansieht:

Hier noch ein paar News aus den Philippinen. Einen Monat ist es her, dass die grosse Überschwemmung in Cagayan de Oro auch einige von Batulong unterstützte Familien stark betroffen hat.

Da Calaanan aber vor allem ein Umsiedlungsort ist, werden nun viele Flutopfer dorthin umgesiedelt – im Moment noch in Zeltstädten, später werden sie dann wohl ein Stück Land bekommen. Auch das Haus einer Batulong-Familie wurde komplett weggeschwemmt – sie werden (hoffentlich) auch noch ein Zelt in der Zeltstadt bekommen.

Zeltstadt in Calaanan

die Zeltstadt in Calaanan

Den anderen betroffenen Familien konnte mit einigen Lebensmitteln die Aufräumphase etwas vereinfacht werden. Im Moment gibt es immer noch kein fliessendes Wasser in Calaanan – die Leute holen es bei einer Verteilstelle bei der Schule – und die Eltern haben entschieden, bis das Wasser wieder fliesst, keine Mittagessen zu kochen. Voraussichtlich wird das Essensprogramm im Februar wieder weitergehen.

Dafür trägt das Gartenprojekt die ersten Früchte – im wahrsten Sinne des Wortes: es konnte das erste Mal geerntet werden!

Petchay, ein Kohlgewächs

Calaanan verändert und vergrösst sich laufend – wir hören von Schulklassen, die nun plötzlich auf über 70 Kinder angewachsen sind. Unsere Mitarbeiterinnen haben alle Hände voll zu tun im Moment – und sie tun es gut!

Bushfire

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Wir stecken schon seit 5 Tagen in Coral Bay fest, weil die Strasse Richtung Süden wegen einem grossen Buschbrand geschlossen ist. Die Nachrichten sagen jeweils, die Strasse werden mindestens noch 24 Stunden gesperrt sein. Wir hoffen auf morgen oder übermorgen. Das Feuer selbst hat Ausmasse, die wir uns kaum vorstellen können: bis jetzt sind 319000 Hektaren verbrannt auf einer Fläche mit 457 km Umfang! Es heisst, der Auslöser sei ein Blitz gewesen und das Problem jetzt ist, dass die ersten Schranken, die das Feuer hätten stoppen sollen (das sind Schneisen ohne Pflanzen) vom Feuer übersprungen wurden. Nun sind weiterhin 80-100 Leute im Einsatz, weitere Schranken zu roden. Zwar gibt es in diesem Gebiet nicht viele Städte, aber sogenannte “stations”, das sind grössere Betriebe für Viehzucht, in Amerika “ranch” genannt. Diese sind nun direkt betroffen- das Gras wird verbrannt und wenn das Vieh nicht fliehen kann, dann auch dieses. Hier ein Bild aus der Zeitung:

Bild in der Zeitung vom Buschbrand in der Nähe von Carnarvron

alles rot ….

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Australien

Karijini und Millstream-Chichester Nationalpark

Warum wir vor 22 Jahren, auf unserer ersten Australienreise, den Karijini Nationalpark nicht besucht haben, wissen wir nicht. Vermutlich führten damals nur Naturstrassen dorthin- jetzt hat es wenigstens ab und zu geteerte Strassen. Im März dieses Jahres allerdings war der Park wegen der Überschwemmungen durch den Sturm teils gesperrt, teils nur an wenigen Orten zugänglich.

Wenn wir anderen Reisenden (die meist vom Norden Richtung Süden reisen, weil es dort kühler ist) erzählen, dass wir zum Karijini Park wollen, sagen sie unisono “oh, dort ist es aber heiss”! Das Visitor Center ist bis im Februar geschlossen – es ist keine Saison.

Trotzdem wollen wir zu diesem Park mit Schluchten und immerzu Wasser führenden Bächen/Flüssen. Die Pilbara, so heisst das ganze Gebiet, ist primär eine tropische Wüste oder Halbwüste. Es war und ist Aboriginal-Land und nur um die Flüsse herum gab es Viehzucht. Nun ist das grosse Einkommen das Eisenerz: riesengrosse Minen fördern das Material, das direkt ins boomende China exportiert wird. Hier ist alles viel teurer, die meisten Leute verdienen aber auch viel mehr als im Süden und so kommen viele Australier hierher, um für ein paar Jahre zu schuften und genug Geld zusammenzubringen, um z.B. zu Hause in Südaustralien die Farm auszubauen.

Zuerst müssen wir aber die 700 km von Exmouth nach Tom Price, der einzigen Stadt weit und breit, zurücklegen. Am Schluss noch über eine 50 km lange Naturstrasse, wo wir dann einen platten Reifen haben. Mitten auf einer Strasse, wo sonst kein Verkehr ist… in sengender Hitze…und da wird einem erst so richtig klar, wie wichtig ein guter Reservereifen ist und im Notfall genug Wasser, um es einige Stunden auszuhalten, bis jemand vorbeikommt. Da wir aber in unmittelbarer Nähe einer Eisenerz-Mine sind, kommt sogar gerade nachdem wir den Reifen gewechselt haben, jemand vorbei, der uns hätte helfen können.

Wir schaffen den Rest der Strasse ohne weiteren Reifenschaden und gehen in Tom Price sofort auf die Suche nach einer Garage, wo wir einen neuen Reifen bekommen können. Die beiden Geschäfte im Industrieviertel haben bis am 3. Januar geschlossen. In der Nähe einer anderen grossen Mine finden wir noch einen Garagisten, der privat mit einigen Kumpels Autos umrüstet – denn auch er hat offiziell bis am 3. Januar geschlossen. Aber hilfsbereit wie die Australier sind, lässt er sofort alles fallen und wechselt unsere Reifen – auf Nummer sicher ersetzen wir gerade auch den anderen, heruntergefahrenen. Dieser Mann hat unsere Woche im Karijini NP möglich gemacht, denn ohne Reservereifen hätten wir uns nicht auf die kilometerlangen Naturstrassen getraut.

Der Nationalpark ist ein Naturwunder- die von grossen unterirdischen Wasserreserven gespiesenen Bäche formen tiefe, zum Teil sehr enge Schluchten mit kleinen Wasserfällen und zum Schwimmen einladenden Wasserbecken dazwischen. Die roten Gesteinsschichten sind das Tüpfchen auf dem i – man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus und das Gute ist: weil kaum jemand hier ist, wandert und schwimmt man meistens allein. In der Hauptsaison müssen die Wasserbecken eiskalt sein – jetzt sind sie der Traum von Abkühlung. Die Wege sind zwar gut bezeichnet und es wird gewarnt, wo man nicht mehr weiter klettern kann, aber die schwierigen Tracks (z.B. der Spinnenweg, wo man zwischen zwei Felswänden mit gespreizten Beinen und Händen einem Felsband entlang balanciert) gefallen uns am besten und führen oftmals auch zu den schönsten Orten, z.B. dem “Kermit’s Pool”. Ja, Kermit, den Frosch, haben wir dort auch getroffen.

Zwar können Fotos nie die volle Schönheit dieser Landschaft widergeben, aber einen kleinen Eindruck davon vielleicht schon:Auf das Foto klicken für mehr Bilderaufs Foto klicken für mehr Bilder

Im Karijini Park und schon wieder ein paar Kilometer ausserhalb von Tom Price gibt es nur noch Naturstrassen. Diese sind von einfach befahrbar mit nur wenig Schlaglöchern bis zu Schotterpisten mit grossen, spitzen Steinen oder bis zu 10cm tiefem Wellblechprofil – hier fährt sogar Mäge nur noch 30 km/h (nicht soo tiefes Wellblech schmerzt mit 60-70km/h am wenigsten) und wir beide fürchten um unser Nissan-Büsschen und die Reifen. Zwischen Tom Price und dem Millstream-Chichester Nationalpark gibt es zwei solcher Strassen: die eine ist im Besitz einer Mine, die andere staatlich. Wir fragen vorher etwa 5 verschiedene Leute, wie die Strassenzustände dort so sind und erhalten immer wieder ganz gegensätzliche Aussagen: die Privatstrasse sei voller grosser, spitzer Steine, sie sei viel besser unterhalten als die staatliche, sie sei viel schlechter usw. Da sie etwa 100 km kürzer ist, nehmen wir die Privatstrasse, die der Minen-Eisenbahn entlang führt. Wenn einem so ein Zug entgegen kommt, dauert es eine Weile, bis die ca. 2-3 km lange Eisenbahn, bestehend aus Waggons für den Eisenerz-Transport, vorbeigefahren ist.

Eigentlich brauchte man für diese Strasse eine Bewilligung, aber da auch das Tourismusbüro in der Stadt geschlossen ist, fahren wir halt ohne. “No worries”, sagt der Australier :-) . Zwar gibt es immer mal wieder Teilstrecken, die nicht so autofreundlich sind, aber grundsätzlich sind wir glaub mit dieser Strasse gut gefahren, denn als wir am Schluss noch ein Stück auf der Staatsstrasse fahren, ist es so arg, dass wir froh sind, nach kurzer Zeit im Nationalpark zu sein.

Wir fahren insgesamt über 400 km auf Naturstrassen und während der ganzen Zeit (10 Tage) wird aus unserem hübschen weissen Nissan ein rotgepudertes Fahrzeug – und nicht nur aussen setzt sich der rote Staub an, durch jede Ritze dringt das feine Puder, ist auf dem Geschirr und allem, was nicht luftdicht verschlossen ist.. und natürlich auch auf uns. Trotz vielem Wasser und Schwimmmöglichkeiten sind wir innert kürzester Zeit wieder leicht rot gepudert.

Nach diesen Tagen ohne Dusch-und Waschmöglichkeiten geniessen wir eine Nacht auf einem Campingplatz und einem Besuch bei McDonalds! Einmal nicht selbst kochen müssen!

Wenn einem das Busch-Camping-Leben eines lehrt, dann, mit den vorhandenen Ressourcen vorsichtig umzugehen: Wasser sparen, Nahrungsmittel gut einteilen, erforderliches Benzin genau berechnen.

PS: die Känguruhs heissen hier Euro (Fels-Känguruh). So viel wir wissen, kennen sie keine Euro-Krise.

Das Jahr der Schildkröten

Hervorgehoben

Das Jahr der Schildkröten

Liebe Freunde und Bekannte
Bei 45° Hitze haben wir hier in Westaustralien keinen Weihnachtsbaum gefunden – der weisse Sand könnte aber an Schnee erinnern.
So senden wir euch ein paar Bilder von unserem Naturerlebnis hier: Schildkröten!
Die treuen Blogleser erinnern sich vielleicht ans Schlüpfen der jungen “green turtles” im März. Nun stellen wir euch die Mamas vor: sie kommen dieses Jahr in Massen an den Strand – wir schätzen einige Hundert jede Nacht. Allerdings endet nicht jedes Ans-Land-kriechen der Reptilien in einer Eiablage: einige geben nach einer ersten Probeborung auf, andere scheitern beim Ausgraben der Eikammer, weil vermutlich der Sand zu trocken ist.  Leider gibt es auch immer wieder Touristen, die mit Taschenlampen kommen und sich vorher nicht informiert haben, wie man Schildkröten bei der Eiablage beobachten soll: durch das helle Licht erschrecken die Tiere und kehren wieder ins Meer zurück.
Wenn man während den ca 1-2 Stunden einer kompletten Eiablage dabei ist, arbeitet oder leidet man fast etwas mit dem Schildkrötenweibchen, denn der ganze Prozess ist sehr anstrengend. Die Meeresschildkröten, die im Wasser so schnell sind, können sich auf dem Land kaum fortbewegen. Nur schon das Kriechen über den Sand und das finden eines geeigneten Eiablageplatzes ist eine Höchstleistung. Danach folgt während 30-60 Minuten das Graben des Loches mit den Vorderbeinen und das Ausheben einer Eikammer mit den Hinterbeinen (sie formen die Gliedmassen dann schaufelförmig) Erst dann können die etwa 60 Eier abgelegt werden. Bis jetzt haben wir die Eiablage noch nicht direkt beobachten können, weil wir einerseits zu besorgt waren, die Tiere zu stören oder sie kurz vorher wegen nicht idealen Bedingungen abbrechen mussten.
Nach der Eiablage folgt das Verfestigen des Sandes und Zudecken des Loches und erst dann kehrt die ca 80-100 cm grosse grüne Schildkröte wieder zum Meer zurück. Aber sie findet oftmals nicht mehr die selben Verhältnisse vor wie Stunden vorher! Die Ebbe hat Felsen und Steine freigelegt und die erschöpften Weibchen müssen oft einige Zeit ruhen, bis sie die Kraft aufbrigen, über die Steine zu klettern.

Aufs Foto klicken für mehr Schildkröten-Fotos

Übrigens.. das Jahr der Schildkröten klingt ja wie aus dem chinesischen Horoskop, es ist aber für uns einfach ein Jahr mit vielen Schildkröten-Ereignissen: im März die jungen Wasserschildkröten im Cape Range National Park, dann hat im Sommer unsere griechische Schildkröte Twisty zu Hause im Garten 6 Eier gelegt und drei davon waren befruchtet. Die noch namenlosen Winzlinge werden hoffentlich die Winterstarre gut überstehen. Und nun die vielen Schildkröten-Weibchen bei der Eiablage beobachten – ein Jahr voller Schildkröten!

Natürlich treffen wir hier auch andere Tiere an: Känguruhs überall: da unser Campingplatz im Nationalpark unter Bäumen steht, teilen wir den Schatten mit den Beuteltieren. Sie haben sich wohl auch daran gewöhnt, dass immer mal wieder jemand dort wohnt und so sind sie nicht mehr so scheu, wenn auch immer noch vorsichtig.

Unser Hauskänguruh :-) vor dem Plumpsklo

Unser Hauskänguruh :-) vor dem Plumpsklo

Häufiger als nach dem Sturm im März sehen wir diesmal Emus – überall, wo es Wasser hat, sind sie anzutreffen. Deshalb spazieren sie durch den Ort Exmouth und man muss immer mal wieder mit dem Auto anhalten, um den langsam über die Strasse spazierenden kleineren Verwandten des Strausses Vortritt zu gewähren.


Hier an einer Tankstelle – sie tanken Wasser aus dem Fensterputz-Eimer.

Liebe Grüsse aus der Hitze!

Überschwemmung in Cagayan de Oro

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Liebe Freunde

Ihr habt vermutlich mehr in den Nachrichten über die Überschwemmungen in Cagayan de Oro gesehen und gehört als wir. Zu Lynnette, der Sozialarbeiterin, konnten wir sofort Kontakt aufbauen, weil sie mit ihrem Bruder in eine Kirche evakuiert wurde, wo es noch Internet-Verbindung gab. Von Thata hörten wir nichts und da, wo wir im Moment campen (Cape Range National Park in West-Australien) gibts weit und breit kein Telefonsignal und somit auch kein Internet. Nun sind wir also wieder oben beim Leuchtturm (ca 35 km entfernt), wo wir Empfang haben und wir haben glücklicherweise von Thata gehört. Es geht ihr gut und überraschenderweise wurde auch ihr Haus, das nahe am Meer liegt, nicht überschwemmt. Ihr Bruder und ihre Schwester mit Familie wohnen nun bei ihr (sie warten darauf, Wasser zu bekommen, um ihre überschwemmten Häuser zu putzen.)

In Calaanan und Umgebung, wo Batulong Kinder und Familien unterstützt, gibt es zwar viele Überschwemmungsopfer (vor allem im Ort Pagatpat, da sollen 478 Familien betroffen sein, 48 davon haben völlig zerstörte oder weggewaschene Häuser ), aber dort wird schon von der Regierung geholfen. Wir kümmern uns deshalb um die Batulong Familien: einer wurde das Haus komplett zerstört durch einen umfallenden grossen Baum (wir werden Geld geben für einen Neuaufbau) und viele andere (vor allem in Pagatpat) haben alle ihre Habseligkeiten im Schlamm. Dort helfen wir mit Reis und anderen Lebensmitteln.

eine überschwemmte Küche

Haus unter grossem Baum…

Wir sind froh, dass niemand aus unserer Umgebung umgekommen ist, aber das Wissen um die vielen vielen Opfer sonst in Cagayan de Oro macht uns sehr betroffen und traurig. Was ist wohl geworden aus den Menschen in den Hütten entlang des Cagayan Flusses? Hoffentlich haben sie noch rechtzeitig ihre Behausungen verlassen.

Krsser könnte der Gegensatz irgendwie nicht sein: wir sind hier mitten in der Trockenheit und seit heute Morgen hat der sonst kühlere Wind gewechselt und es kommt heisser Wind vom Landesinnern. Noch sind wir an der Küste und können immer wieder mal ins Wasser zum Abkühlen.

Wir werden Weihnachten hier verbringen – wie vor 22 Jahren auch schon :-) ) – in der Natur, mit genug Wasservorrat und zu essen, einem Plumsklo und Känguruhs, die mit uns den Schatten teilen. Wir werden uns – wenn möglich- vor Weihnachten nochmals melden.

Alles Liebe

Franca und Mäge

Romblon – Cagayan de Oro – Calaanan

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Die ersten Tage verbringen wir in Romblon am Cabanbanan Beach und geniessen die Ruhe, das Ausspannen und Tauchen. Zuerst ist das Meer noch unruhig, aber dann haben wir den Rest der Woche super Tauchbedingungen mit spiegelglattem Meer und guter Sicht. Hier ein paar Eindrücke – der Hafen von Romblon, der “Hauptstadt” der Provinz Romblon, und Bilder von unter Wasser:

Auf das Foto klicken für Unterwasserfotos von Romblon. Auf das Foto klicken für Unterwasserfotos von Romblon.

Als erster Höhepunkt besuchen wir in Calaanan das fast fertig gestellte Batulong center. Es ist so, wie wir es uns gewünscht haben und wir freuen uns sehr, dass wir nun unser eigenes Gebäude haben mit Büro und genug Platz zum kochen und essen. Die Hauswartsfamilie ist auch schon eingezogen und Rachello, der Hauswart, macht seine Sache bis jetzt gut.

Auf das Foto klicken für mehr Bilder des Batulong Centers.

Auf das Foto klicken für mehr Bilder des Batulong Centers.

Neue Batulong-Kinder. Wir haben noch etwas Kapazität und entscheiden uns, weitere ca 30 Kinder ins Batulong Projekt aufzunehmen. Immer wieder realisieren wir, dass einige Schüler das Projekt nach ein paar Jahren wieder verlassen – sei es, weil sie nicht regelmässig zur Schule gehen wollen oder weil die Eltern an einen anderen Ort ziehen. Ein Umsiedlungsort ist eben ein Ort, wo Leute manchmal auch nur übergangsweise wohnen und später wieder umziehen. So gibt es für uns immer wieder neue Familien, die um Unterstützung bitten. Das Relocation Site in Calaanan ist in 4 Phasen aufgeteilt und man schätzt 3000- 5000 Einwohner hier.
Der Hauptgrund, warum Leute Batulong um Unterstützung bitten, ist, weil die Ehe der Eltern auseinander gegangen ist. Einer der Partner (und es sind sowohl Männer wie Frauen) geht z.B unter dem Vorwand, irgendwo in einem entfernten Ort oder auf einer anderen Insel zu arbeiten und dann Geld zu schicken – und lässt dann nichts mehr von sich hören. Der übrigbleibende Ehepartner ist entweder alleinerziehend und wird nur mit Unterstützung seiner Verwandten überleben – oder er lässt die Kinder bei den Verwandten und geht arbeiten – und leider wird auch dieser/diese dann oftmals nie mehr gesehen und die Kinder bleiben z.B bei den Grosseltern.
Batulong muss  also im Prinzip die Folgen davon tragen,  dass die katholische Kirche keine Scheidung erlaubt und deshalb auch keine gerichtliche Verpflichtung zur Unterstützung von Kindern durchgesetzt werden kann.

Auf der Suche nach jemandem, der vor ein paar Monaten um Unterstützung gebeten hat – leider sind sie schon wieder umgezogen.


Der Schirm wird nicht nur gegen Regen sondern auch gegen Sonnenschein verwendet.

Hier wohnt eine Familie mit 4 Kindern und die Mutter ist mit dem fünften schwanger. Sie will es zur Adoption frei geben, weil sie keine finanziellen Möglichkeiten haben das Kind aufzuziehen. Da ab dem 5. Kind keine Hebamme mehr helfen darf bei einer Hausgeburt wird die Frau das erste Mal in einem Krankenhaus gebären und hoffentlich auch nach einer Unterbindung (die gratis ist) fragen.

Jiennecel nach der dritten Operation. Rechts ihre Grossmutter und Schwester. Die Mutter ist irgendwo in Manila

Jiennecel, das taube Mädchen, wurde zum dritten Mal operiert und wir hoffen, dass nun endlich ihr Bein heilt und es keine Komplikationen mehr gibt.
Kleine Rückschau: im Jahr 2008 wird Jiennecel angefahren und ihr Oberschenkelknochen gebrochen. Im Krankenhaus wird der Knochen zwar zusammengeführt, aber nicht verbunden – er soll automatisch zusammenwachsen. Vermutlich durch einen Sturz verschiebt sich der Knochen und wächst völlig falsch zusammen, was ein Röntgenbild 2009 zeigt. Wir organisieren eine weitere Operation mit einem Metallstift. Warum sie Monate später immer noch nicht gehen kann, können wir erst verstehen, als wir ein weiteres Röntgenbild sehen: der Metallstift ist gebrochen und es scheint, dass die Knochenteile gar nie richtig zusammengewachsen sind. Erst jetzt erfahren wir, dass Jiennecel vermutlich letztes Jahr einmal gestürzt ist und der Stift dann gebrochen ist.
Das mittlerweile 12-jährige Mädchen tut uns sehr leid: sie hat die letzten drei Jahre immer wieder Probleme gehabt mit ihrem Bein und vermutlich wird sie einige Zeit lang auch Schmerzen gehabt haben. Obwohl sie die Schule besucht, ist ihre Fähigkeit sich auszudrücken aber recht eingeschränkt.  Sie könne immer noch keine ganzen Sätze schreiben, sagt die Lehrerin, und wir hoffen, dass sie nach ihrer Genesung mehr Fortschritte macht, denn schreiben wird vermutlich ihre Kommunikationsmöglichkeit mit Menschen sein, die keine Zeichensprache verstehen.

Vor einem Monat wurde das Auge von Vince operiert (neue Linse eingesetzt) und er trägt jetzt noch eine durchsichtige Schutzbrille. Er sieht richtig cool aus darin und er strahlt jedes Mal, wenn er uns sieht. Er könne jetzt wieder lesen, was die Lehrerin auf die Tafel schreibt, seine Kopfschmerzen seien vorbei und er könne Farben besser unterscheiden – die Operation war ein voller Erfolg und wir freuen uns sehr darüber.

Bei unseren Hausbesuchen hören wir von einem 5jährigen Mädchen, das zuerst einen künstlichen Darmausgang hatte, nun aber operiert sei. Nur habe es Komplikationen gegeben und ihr Bauch sei nun angeschwollen – für eine Abklärung werde eine Computer Tomographie gebraucht. Die Kosten von 3000 Pesos sind für eine arme Familie ein Monatslohn – unmöglich, das zu bezahlen. Batulong wird das CT übernehmen und wir werden weiterschauen, wie wir dem Mädchen helfen können.

Happy Birthday
Zu Mäge’s 55igstem Geburtstag  bestellen wir Glace für alle Kinder, die am Freitag zum Mittagessen kommen. Eine Frau in Calaanan macht sie selbst und vor allem das Mangoeis ist sehr lecker. Es hat mehr als genug und am Nachmittag  verteilen wir allen, die am Haus vorbeigehen und möchten ein Glacé.

aufs Foto klicken für mehr Fotos…

Nachhilfestunden
“Unsere” Architekturstudentin ist in Englisch und den Architekturfächern sehr gut – aber in College Algebra und Trigonometrie konnte sie die Mindestnote nicht erreichen. Im College sagt uns ein Lehrer, dass mehr als 90% das erste Mal ungenügende Noten habe (ob es mit der Lernfreude und Konzentration der Studenten oder mit der unzureichenden Vorbereitung in der High school zu tun hat, wusste auch er nicht)  und weil einige andere Batulong-Studenten an diesem College mit Algebra und Trigo Mühe haben, organisieren wir zwei Nachhilfelehrer: Gilbert und Ireneo von unseren 2.Jahr Studenten, die in Mathe immer sehr gut sind.
Für sie bedeutet es eine Möglichkeit für eine Nebeneinkunft und die jüngeren Studenten haben weniger Hemmungen ihre Kollegen bei Matheproblemen zu fragen.
Wir sind begeistert von der intensiven Lernatmosphäre in den zwei Stunden am Samstagmorgen und sind zuversichtlich, dass die 6 Studenten sich im nächsten Semester deutlich verbessern werden.Trigonometrie-Nachhilfe für die Batulong Studenten

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Lehrerrückmeldungen
Um über die Leistungen der Batulongkinder Auskunft zu bekommen, besuchen wir während des Unterrichts die verschiedenen Klassen und wenn die Lehrerin oder der Lehrer gerade nicht am Unterrichten sind, führen wir ein kurzes Gespräch über die von Batulong  unterstützten Schulkinder. So erfahren wir von ein paar wenigen, die häufig die Schule schwänzen – sie werden verwarnt und kriegen jeweils weitere Chancen – wenn wir aber merken, dass sie nur die Hälfte der Zeit in der Schule sind, verwenden wir das Geld lieber für Schüler, die auch wirklich die Schule besuchen wollen. So haben wir auch drei Highschool-Schüler in der 4. Klasse ins Büro “zitiert” und ihnen eindringlich gesagt, dass sie sich nochmals zusammenreissen sollen für die letzten 4 Monate Schule! Wir hoffen sehr, dass sie unsere Warnung ernst nehmen.
Ein paar Erstklässler können noch nicht lesen und Lynnette gibt ihnen Nachhilfe, damit sie im Juni auch in die zweite Klasse dürfen.

Imie Jay und Cindy lernen lesen. Lynnette schafft es, dass die beiden viel profitieren in dieser Stunde

Todesfall

Leider erfahren wir bei unsrem Rundgang in der Schule, dass der Vater von 4 Batulongkindern im Sterben liegt. Lynnette und Franca gehen am Nachmittag dort vorbei und bieten der Ehefrau an, bei Problemen (finanzieller Natur) auf uns zuzukommen. Was der 43jährige Familienvater hat, weiss man nicht genau – irgend etwas mit der Wirbelsäule. Die schon arme Familie, die auf das Einkommen des Vaters angewiesen war, wird nun noch mehr finanzielle Probleme haben. Der zweitälteste Sohn, Ireneo, der am Samstag Nachhilfeunterricht erteilt, ist ja im College und wird nicht gleich Geld verdienen können. Sein älterer Bruder ist der einzige, der ein festes Einkommen hat – dies muss nun für die ganze Familie reichen ….

Zwei Tage nach diesem Eintrag erfahren wir vom Tod von Ireneo’s Vater. Tditionsgemäss wird der Verstorbene einbalsamiert, weil es bis zur Beerdigung Tage oder sogar Wochen dauern kann – je nachdem, wo die Verwandten wohnen. Vor dem Haus der Familie gibt ein Pavillon Schatten für Besucher, die sich vom im Haus aufgebahrten Verstorbenen verabschieden wollen oder Teil der Totenwache sind. Man bringt normalerweise etwas zu essen mit – wir z.B Kaffee und Brot für die Totenwache. Wir möchten der Witwe helfen, damit sie ihren kleinen Laden weiterführen kann und Thata wird mit ihr reden und herausfinden versuchen, ob wir als Stiftung einen Mikrokredit geben können. Dies muss leider eher versteckt geschehen, weil sonst eine ganze Reihe anderer Witwen und Alleinerziehender kommen und die selbe Hilfe möchten. Wir kennen diese Familie seit dem Beginn von Batulong und schätzen die Kinder und die Mitarbeit der Mutter sehr und hoffen, dass wir ihnen helfen können.

Gartenprojekt

47 Eltern haben sich für das Gartenprojekt eingeschrieben. Sie werden in Siebner-Gruppen jeweils ein Beet bepflanzen – mit Gemüse oder Kräutern (Spezialgruppe)- und den Ertrag Batulong zum Marktpreis verkaufen oder die Gemüse für den eigenen Bedarf verwenden können. Da der Boden noch sehr trocken und nährstoffarm ist, beginnen wir gleich mit einem Kompost-Projekt. Thata’s Bruder Vic erklärt uns verschiedene Techniken, innert kürzester Zeit Dünger für den Garten herzustellen, z.B: man gebe die Fischresten vom Kochen in einen Container und füge gleich viel Rohrohrzucker hinzu, warte eine Woche und fertig ist der Exrakt, der zusammen mit Wasser auf die Beete gespritzt wird.

Auf dem schmalen Landstreifen rechts neben dem Batulong-Center planen wir ebenfalls eine Vermi-Wurm-Kultur: Kompost verarbeitung durch Vermi-Würmer – die Würmer sollen dann auch wieder gut zu verkaufen sein und dies ergäbe ebenfalls eine Nebeneinkunft für unsere Eltern. Wir sind noch ganz am Anfang unserer Projekte und sind gespannt, was im nächsten halben Jahr daraus wird. Auf jeden Fall sind wir froh, dass auf dem Batulong-Land nun das erste Lifelihood-project (Lebensunterhalt-Projekt) von Batulong gestartet hat.

Das Feld mit viel Gras wird gejätet und für Beete vorbereitet aufs Foto klicken für mehr Bilder

Zwischenmenschliche Probleme
Die Batulong-Mitarbeiter fanden im Frühling für eine unserer College-Studentinnen einen Ort zum Wohnen, weil ihre Tante sie nicht mehr weiter bei sich zu Hause haben wollte. Bei der Primarschullehrerin muss sie nun im Haushalt mithelfen und kann dafür essen und wohnen dort. Nun gibt es Probleme zwischen den beiden. Das Hauptproblem ist allerdings, dass – typisch für die Philippinen – der Konflikt nie angesprochen oder thematisiert wurde. Die Lehrerin findet, dass das Mädchen zu wenig mitarbeitet und sie will sie nicht immer daran erinnern – sie soll selbstständig die Arbeit sehen. Weil sie sich über die Studentin geärgert hat, spricht sie nun nicht mehr mit ihr – seit mehr als einem Monat.
Zuerst reden Thata und Lynnette mit dem Mädchen und sagen, sie soll sich entschuldigen und mehr mithelfen. Es  ist uns klar, dass es für die 19jährige nicht so einfach ist das Gespräch zu finden mit jemandem, der nicht mit einem spricht.
Dass die Lehrerin auf die Batulong-Leitung wütend ist, hören wir auch nur über eine Drittperson. So gehen Lynnette und ich in die Schule, um das Problem direkt anzusprechen. Die Lehrerin ereifert sich sehr, lässt sich aber etwas von uns beruhigen. Wir machen ab, dass wir gegen Abend bei ihr vorbeikommen, um zusammen mit der Studentin ein Gespräch zu führen.
Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man darüber lachen. Da haben zwei Personen ein zwischenmenschliches Problem, aber statt miteinander zu reden und zu sagen, was sie stört, schweigen sie oder benutzen  Drittpersonen, die dann das gehörte weitertragen. Lynnette erklärt uns, dass diese Art des Konflikt – Ausweichens hier “amore proprio” genannt werde – man will niemandem weh tun, indem man ihm direkt sagt, was man denkt. Dass man ihm – wie wir finden – viel mehr weh tut mit dem unterdrückten Groll und dem bei anderen über ihn schimpfen, scheinen sie nicht zu realisieren. Auch am Abend beim Mediationsgespräch redet die Lehrerin nur in der dritten Person über die Studentin und die beiden sehen sich nie an. Vermutlich ist es das erste Mal nach sehr langer Zeit, dass sie überhaupt erfahren, was  die andere Person stört. Sich zu entschuldigen ist ja eigentlich etwas, was die Filipinos gar nicht können (bedeutet bei ihnen Gesichtsverlust) – umso positiver ist es, dass die junge Frau das kann und verspricht, sich zu bessern.
Die Lehrerin sagt ihrerseits, dass sie nun wieder mit der jungen Frau sprechen wird.  Wir hoffen, dass die beiden sich miteinander arrangieren können und vielleicht haben sie sogar etwas gelernt in der zwischenmenschlichen Kommunikation.

Nun wird auch die Weihnachtsdekoration vorbereitet: hier wird die Rinde eines Baumes abgeschält – vermutlich, um den Ästen einen weissen Touch zu geben.


Das fertige, dekorierte Produkt kann sich allerdings sehen lassen und  verschönert nun unser sonst eher kahles Batulong-Center.

Wir verlassen das Batulong Hilfswerk für einige Monate und kehren dann im März wieder zurück. Vieles wurde erst angedacht und geplant und wir freuen uns, die Resultate und Auswirkungen dann im März zu erleben.

Unser Reiseblog geht weiter.. das nächste Mal aus Australien.

Bis dann.. liebe Grüsse von Mäge und Franca

Trekking nach Kelise

In der Fotogalerie aufs Bild klicken für fortlaufendes Ansehen grösserer Fotos.

Jiwika

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Jubiläums-Festival 50 Jahre Mission in Papua

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Tauchen in Raja Ampat

Karijini

Auf die Fotos klicken für die Bilder vom Karijini Nationalpark

Schildkröten kommen an Land

Hier eine kleine Dokumentation von verschiedenen Schildkröten, die an Land gekommen sind, um Eier abzulegen.

Bilder Romblon

Auf die Fotos klicken, um grössere Bilder zu sehen.

Batulong Center Galery

Auf die Fotos klicken für grössere Bilder.

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